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James VI. bis Wilhelm von Oranien PDF  | Drucken |
Der elternlos zwischen den rivalisierenden Adelsparteien aufgewachsene Sohn Mary Stuarts, James VI., entwickelte schon früh ein Gespür für die Diplomatie, und so gelang es ihm, nachdem Elisabeth I. kinderlos gestorben war, den englischen Thron zu besteigen. Nun war er James VI. und I. von Großbritannien.

Auch die Kirche spannte er für seine Ziele ein und brachte die presbyterianische Kirche, in der sich jede Gemeinde selbst organisierte, unter Charles I.seine Kontrolle, indem er wieder Bischöfe einsetzte. Zudem führte er die hauptsächlich katholisch geprägte Liturgie ein, ein Entschluß, welche der Reformation entgegenwirkte und bei dem Volk größtenteils verhaßt war.

Als sein Sohn Charles I. an die Macht kam, verschärfte er noch die Liturgie, indem er sie noch näher an die verhaßte katholische Form heranbringen wollte. Er forderte durch seinen kompromißlosen Absolutismus das englische Parlament heraus, und schon bald griffen die schottischen Covenant und das englische Parlament zu den Waffen. Charles I. wurde nach einem kurzen Bürgerkrieg besiegt und flüchtete sich zu den Schotten, denen er versprach, eine eigene Kirche zu bekommen.
 
Der Covenant wollte zwar eine eigene Kirche, aber am Sturz des Königs war er nicht interessiert. So schlug er sich auf die Seite von Charles I. (links) und bot in einer neuen Allianz mit dem König den Engländern die Stirn. Diese Allianz wurde aber schon bald von den Engländern unter der Führung von Oliver Cromwell geschlagen, und die Schotten mußten ihren König ausliefern.
 
General Cromwell machte mit dem verhaßten Stuart kurzen Prozeß und ließ ihn 1649 in Whithall enthaupten. Nach dem Tod des Königs ernannte sich Cromwell zum Lordprotektor und somit zum Diktator über das gesamte Königreich. Währenddessen verbündeten sich die Schotten mit Charles II., dem Sohn von Charles I.

Cromwell marschierte 1650 gegen Charles II., der mittlerweile gestärkt durch den Convenant unter dem Befehlshaber David Leslie seine Truppen sammelte und sie den Engländern entgegensetzte.

Da Cromwell erkannte, daß die Macht des schottischen Königs im wesentlichen von seiner Flotte abhing, griff er unverzüglich den Hafen von Edinburgh an. Leslie, der diese Taktik vorhersah, hatte die Stellungen stark befestigen lassen, sodaß sie für die Engländer unbezwingbar waren. Cromwell zog sich zurück. Siegessicher gaben die Schotten ihre Stellungen auf, da für sie die Schlacht geschlagen war. Doch Cromwell hatte nicht ohne Grund den Ruf ein schlauer Fuchs zu sein. Er erkannte die Chance und fiel von der Flanke her ein und besiegte die überraschten Schotten mit einem gewaltigen Schlag.

Schottland war wieder in der Hand Cromwells, und seinem militärischen Genie war Charles und seine treuen Verbündeten nicht gewachsen. Charles flüchtete nach Frankreich und für die nächsten neun Jahre herrschte Cromwell unangefochten über das Land. Es war zwar Frieden, doch hohe Steuern und englisches Recht machten es dem von vielen Bürgerkriegen ausgebluteten Land schwer.

Charles II.Nach Cromwells Tod feierte ganz Schottland begeistert die Rückkehr Charles II. (rechts) und in den folgenden 25 Jahren regierte der König unangefochten. Charles hatte gelernt, daß er zwar zur katholischen Kirche halten konnte, aber auch die presbyterianische Kirche zu akzeptieren hatte.

Diese Taktik hätte auch sein Bruder James VII./II. beherzigen sollen, denn mit seiner Politik, den Katholizismus wieder einzuführen, scheiterte er schließlich und mußte nach einer Revolution schließlich nach Frankreich flüchten.

Nachdem das englische Parlament wieder einmal die Stuarts vom Thron vertrieben hatten, boten sie 1689 Wilhelm von Oranien, einem Enkel von Charles I. und dem Schwiegersohn James VII./II., die Krone an. Voher mußte er allerdings in den “bill of rights”, dem Parlament, weitgehende Rechte zusichern. Auch in Schottland beschloß das Parlament mit einer schwachen Mehrheit, daß ein englisch geführter König in Schottland besser wäre als ein schottischer König im französichen Exil. Unter der Bedingung freier Religionsausübung boten somit auch die Schotten Wilhelm von Oranien die Krone an.

Doch in den Highlands lebten noch viele Stuartanhänger, welche nur allzu bereit waren, unter der Führung von Lord Claverhouse, Viscount zu Dundee, oder wie er von seinen Anhängern genannt wurde, Bonnie Dundee, den vermeintlichen König, Wilhelm von Oranien in einer Rebellion zu stürzen. Unter Claverhouse begannen die sogenannten Jakobitenaufstände, welche nach Jakob/James dem schottischen stuartschen König benannt wurden.

In der Schlucht von Killiecrankie schlug Bonnie Dundee das übermächtige englische Heer in einer vernichtenden Niederlage, doch der Sieg brachte nichts ein, da er selbst nach der Schlacht von einer verirrten Kugel getroffen wurde und starb. Mit dem Anführer starb natürlich auch der Aufstand, und in den folgenden Jahren saß Wilhelm von Oranien fest im Sattel.

Da der König wollte, daß ihn die Schotten auch wirklich als diesen anerkennen, befahl er jedem Edelmann und Clansführer ihn bis zu einem bestimmten Termin den Treueschwur zu leisten. Infolge kam es zum Massaker von Glen Coe.

Alle Clansführer machten sich auf den Weg, um gezwungenermaßen dem englischen König ihren Treueschwur zu leisten, doch schlechtes Wetter machte es dem Oberhaupt des Clan Donald von Clen Coe unmöglich, rechtzeitig dieser Aufforderung nachzukommen. Wilhelm von Oranien statuierte ein Exempel, indem er eine Kompanie nach Clen Coe schickte, welche die Gastfreund- schaft der MacDonalds eine Woche in Anspruch nahm, um sie dann am letzten Abend nachts in ihren Betten zu überfallen und hinzurichten. Eine der wohl traurigsten Kapitel in der Geschichte der englischen Herrscher.

Nachdem Wilhelm 1702 gestorben war, folgte ihm seine Schwägerin Anna, eine Tochter von James VII./II. auf den Thron. Sie wollte eine Union mit Schottland und England bewirken, doch Taten, wie das Massacker von Clen Coe, hatten gegen die ohnehin schon unbeliebte englische Regierung noch mehr Unmut aufkommen lassen. Abgesehen davon, daß die meisten Schotten Jakobiten, also Stuart-Anhänger, waren, gewährten ihnen die englischen Gesetze keine Freiheiten.

Fortsetzung folgt...
 
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